Wenn Amerikaner spanische Wörter wie taco, tortilla, jalapeño oder Los Angeles aussprechen, behalten sie meist die spanische Betonung, ersetzen aber jeden Laut durch den nächstliegenden englischen Laut. Das End-o wird zu /oʊ/, das End-a und die meisten unbetonten Vokale werden zum Schwa /ə/, das J wird zu einem leichten /h/, das T zwischen Vokalen wird zum Flap und jedes R wird zum amerikanischen /r/.
Vorab ein wichtiger Punkt: Diese Wörter spanisch auszusprechen ist nicht falsch. Millionen Amerikaner, darunter viele Hispanoamerikaner, tun genau das jeden Tag. Die meisten Sprecher passen die Wörter aber an das Englische an, und wenn Sie die Muster kennen, verstehen Sie Muttersprachler leichter und können diese Wörter flüssig in schnelle englische Sätze einbauen.
Die Regel in einem Satz
Behalten Sie die spanische Betonung und schicken Sie dann jeden Laut durch die englischen Ausspracheregeln. Damit erklärt sich, warum burrito /bəˈrit̬oʊ/ heißt und nicht /buˈrito/, warum salsa auf Schwa endet und warum fajita mit einem schwachen /fə/ beginnt und in der Mitte ein /h/ hat.
Warum das so funktioniert
Wenn eine Sprache ein Wort entlehnt, behält sie, was leicht zu merken ist, und ersetzt, was ihr fehlt. Die Betonung merkt man sich leicht, also behält das Englische sie meistens: buRRIto, torTIlla, jalaPEño. Bei den einzelnen Lauten sieht es anders aus. Das Englische hat kein reines End-o, kein gerolltes oder getipptes R, keine spanische Jota /x/, und es mag keine vollen Vokale in unbetonten Silben. Deshalb wird jeder dieser Laute durch den ähnlichsten englischen Laut ersetzt.
Ein zweiter Gedanke hilft sehr: Je älter das Lehnwort, desto englischer klingt es. Wörter, die vor Jahrhunderten ins Englische kamen (etwa vanilla, armadillo oder tomato), sind vollständig eingebürgert und folgen den normalen englischen Schreibregeln. Neuere Essenswörter, die sich mit mexikanischen Restaurants verbreitet haben (etwa quesadilla, fajita oder tomatillo), klingen noch deutlich spanischer.
Die Muster
| Wort | Spanisch (ungefähr) | Amerikanisches Englisch | Was sich ändert |
|---|---|---|---|
| taco | /ˈtako/ | /ˈtɑkoʊ/ | End-o wird /oʊ/ |
| burrito | /buˈrito/ | /bəˈrit̬oʊ/ | u wird Schwa, Flap-T, englisches r, /oʊ/ am Ende |
| tortilla | /torˈtija/ | /tɔrˈtijə/ | englisches r, End-a wird Schwa |
| jalapeño | /xalaˈpeɲo/ | /ˌhɑləˈpeɪnjoʊ/ | j wird /h/, e wird /eɪ/, ñ wird /nj/ |
| fajita | /faˈxita/ | /fəˈhit̬ə/ | Schwas, j wird /h/, Flap-T |
| salsa | /ˈsalsa/ | /ˈsɑlsə/ | betontes a ist /ɑ/, Schwa am Ende |
| plaza | /ˈplasa/ | /ˈplɑzə/ | z ist /z/, nicht /ts/ oder /s/ |
| Los Angeles | /los ˈanxeles/ | /lɔs ˈændʒələs/ | g wird /dʒ/, a wird /æ/, Schwas |
1. Die Betonung bleibt meist dort, wo sie im Spanischen liegt
Die meisten Lehnwörter behalten die spanische Betonungssilbe: burrito /bəˈrit̬oʊ/, tortilla /tɔrˈtijə/, quesadilla /ˌkeɪsəˈdijə/, jalapeño /ˌhɑləˈpeɪnjoʊ/, amigo /əˈmiɡoʊ/, fiesta /fiˈɛstə/. Wer die spanische Betonung kennt, kennt in den meisten Fällen auch die englische.
2. End-o wird zu /oʊ/
Das Englische beendet Wörter nicht mit einem reinen, langen /oː/ wie im deutschen Kino. Es verwendet den Diphthong /oʊ/, der am Ende Richtung /ʊ/ gleitet: taco /ˈtɑkoʊ/, nacho /ˈnɑtʃoʊ/, burrito, patio /ˈpæt̬ioʊ/, Colorado. Runden Sie die Lippen ganz am Schluss noch etwas mehr, etwa wie „o-u“.
3. End-a und unbetonte Vokale werden zum Schwa
Im Englischen werden unbetonte Vokale meist zum entspannten Schwa /ə/ reduziert, ähnlich dem e in bitte. Das End-a ist also kein helles /a/: salsa /ˈsɑlsə/, fiesta /fiˈɛstə/, plaza /ˈplɑzə/, piñata /pɪnˈjɑt̬ə/. Dasselbe passiert im Wortinneren: burrito /bə-/, amigo /ə-/, Los Angeles /lɔs ˈændʒələs/. Sogar tamale /təˈmɑli/ (ein Singular, den das Englische aus tamales gebildet hat; auf Spanisch heißt die Einzahl tamal) beginnt mit einem Schwa.
4. Betontes A: meist /ɑ/, manchmal /æ/
In den meisten Essenswörtern ist das betonte A das offene /ɑ/ aus father: taco, nacho, salsa, macho /ˈmɑtʃoʊ/. Viele ältere Wörter und Ortsnamen verwenden aber das /æ/ aus cat: patio /ˈpæt̬ioʊ/, canyon /ˈkænjən/, San Francisco, Santa Fe. Texas (eine alte spanische Schreibung des heutigen Tejas) wird einfach mit englischen Buchstabenwerten gelesen: /ˈtɛksəs/, mit /ɛ/ und /ks/. Sehr alte Entlehnungen gingen noch weiter und machten aus dem A ein /eɪ/: tomato /təˈmeɪt̬oʊ/, potato /pəˈteɪt̬oʊ/, tornado /tɔrˈneɪdoʊ/.
5. T zwischen Vokalen wird zum Flap
Das amerikanische Englisch macht aus einem T zwischen Vokalen einen schnellen Zungenschlag, den Flap [ɾ], und spanische Lehnwörter sind keine Ausnahme: burrito [bəˈriɾoʊ], fajita [fəˈhiɾə], piñata [pɪnˈjɑɾə], tomatillo [ˌtoʊməˈɾijoʊ]. Für deutsche Ohren klingt dieser Flap wie ein sehr schnelles, weiches d.
6. J und G (vor E oder I) werden zu /h/
Die spanische Jota /x/ ähnelt dem deutschen ach-Laut. Das Englische ersetzt sie durch ein leichtes, gehauchtes /h/: jalapeño /ˌhɑləˈpeɪnjoʊ/, fajita /fəˈhit̬ə/, Jose /hoʊˈzeɪ/, San Jose /ˌsæn hoʊˈzeɪ/. Die große Ausnahme ist Los Angeles: Hier verwendet das Englische sein eigenes /dʒ/ (wie in judge): /ˈændʒələs/.
7. LL wird zu /j/ oder /l/
In modernen Essenswörtern ist LL ein /j/ (wie das deutsche j in ja): tortilla, quesadilla, tomatillo /ˌtoʊməˈtijoʊ/. In alten Entlehnungen ist es ein normales /l/: armadillo /ˌɑrməˈdɪloʊ/, vanilla /vəˈnɪlə/, guerrilla /ɡəˈrɪlə/, llama /ˈlɑmə/.
8. Ñ wird zu /nj/
Das Englische hat keinen eigenen ñ-Laut und verwendet deshalb /n/ plus /j/: jalapeño, piñata, El Niño /ɛl ˈninjoʊ/. Bei einem Wort hat das Englische sogar die Schreibung angepasst: Aus spanisch cañón wurde canyon.
9. R, S und Z folgen englischen Regeln
Kein getipptes und kein gerolltes R: R und RR sind beide das amerikanische /r/, wie in burrito, sierra /siˈɛrə/ und rodeo. S zwischen Vokalen wird in manchen Namen zu /z/: Jose /hoʊˈzeɪ/. Und Z ist immer ein stimmhaftes /z/: plaza /ˈplɑzə/, chorizo /tʃəˈrizoʊ/, Arizona /ˌɛrɪˈzoʊnə/.
Ortsnamen: eine kurze Liste
Der Südwesten und Westen der USA sind voller spanischer Namen. So sprechen die meisten Amerikaner die häufigsten aus. Einheimische weichen manchmal vom Rest des Landes ab, betrachten Sie dies also als das übliche Muster, nicht als die einzig richtige Form.
| Ort | Amerikanisches Englisch | Hinweise |
|---|---|---|
| San Diego | /ˌsæn diˈeɪɡoʊ/ | San mit /æ/, Diego mit /eɪ/ |
| San Jose | /ˌsæn hoʊˈzeɪ/ | J ist /h/, s ist /z/, Betonung am Ende |
| San Francisco | /ˌsæn frənˈsɪskoʊ/ | /æ/, reduziertes fran, kurzes /ɪ/ |
| Las Vegas | /lɑs ˈveɪɡəs/ | Vegas mit /v/, /eɪ/ und Schwa |
| Santa Fe | /ˌsæntə ˈfeɪ/ | Betonung auf Fe |
| Florida | /ˈflɔrɪdə/ | Betonung auf die erste Silbe verschoben |
| Nevada | /nəˈvædə/ | Einheimische sagen /æ/; /nəˈvɑdə/ hört man von Auswärtigen |
| Colorado | /ˌkɑləˈrædoʊ/ | /ˌkɑləˈrɑdoʊ/ ist ebenfalls üblich |
| Montana | /mɑnˈtænə/ | betontes /æ/ |
| Sacramento | /ˌsækrəˈmɛntoʊ/ | das t fällt oft weg: [ˌsækrəˈmɛnoʊ] |
Achten Sie auf Los Angeles: Sie hören sowohl /lɔs/ als auch /lɑs/, je nach Akzent. Und viele sagen einfach L.A. /ˌɛl ˈeɪ/.
Ausnahmen und wie man sie erkennt
- Verschobene Betonung: Florida heißt im Englischen /ˈflɔrɪdə/ (im Spanischen ist die zweite Silbe betont). Rodeo ist meist /ˈroʊdioʊ/, aber die berühmte Straße in Beverly Hills, Rodeo Drive, heißt /roʊˈdeɪoʊ/. Coyote kann /kaɪˈoʊt̬i/ oder /ˈkaɪoʊt/ sein.
- End-e wird zu /i/: guacamole /ˌɡwɑkəˈmoʊli/, tamale /təˈmɑli/, coyote /kaɪˈoʊt̬i/. Wo das Spanische am Ende /e/ hat, verwendet das Englische oft /i/.
- Alte Wörter wirken ganz englisch: tomato, potato, tornado, vanilla, armadillo, canyon. Viele Englischsprecher denken gar nicht daran, dass sie aus dem Spanischen stammen.
So erkennen Sie sie: Ist ein Wort sehr häufig, alt oder hat es nichts mit Essen zu tun, klingt es wahrscheinlich englischer (/æ/, /eɪ/, LL als /l/). Ist es ein neueres Essenswort, erwarten Sie die spanische Betonung, /ɑ/ für A und LL als /j/. Bei Ortsnamen im Zweifel einfach hören, wie die lokalen Nachrichtensprecher sie aussprechen.
Italienische Wörter folgen einer ähnlichen Logik; vergleichen Sie mit italienischen Lehnwörtern im amerikanischen Englisch.
Typische Fehler deutschsprachiger Lernender
- J als deutsches /j/. Das ist der häufigste Fehler: „ja-la-PE-njo“, „fa-JI-ta“, „San Jo-SE“ mit dem j aus ja. Im Englischen steht hier ein /h/: /ˌhɑləˈpeɪnjoʊ/, /fəˈhit̬ə/, /ˌsæn hoʊˈzeɪ/.
- Z als /ts/. Deutsche lesen Z wie in Zeit, also „Plat-sa“, „Cho-ri-tso“, „A-ri-tso-na“. Im Englischen ist Z ein summendes, stimmhaftes /z/ wie in Rose: /ˈplɑzə/, /tʃəˈrizoʊ/, /ˌɛrɪˈzoʊnə/.
- S am Wortanfang als /z/. Im Deutschen ist das s in Salz stimmhaft. Im Englischen beginnen salsa, San Diego und Santa Fe mit einem scharfen, stimmlosen /s/.
- V als /f/. Wie in Vater gelesen, wird aus Las Vegas „Las Fegas“ und aus Nevada „Nefada“. Im Englischen ist V immer ein stimmhaftes /v/, auch in vanilla.
- QU als /kv/. Wie in Quelle gelesen, wird quesadilla zu „kwesadilla“. Im Spanischen und im Englischen ist das U stumm: /ˌkeɪsəˈdijə/.
- Reines, langes o und volle Vokale. Deutsche sprechen taco oft mit einem reinen /oː/ und burrito mit einem klaren /u/. Im Englischen: /ˈtɑkoʊ/ mit Gleitlaut und /bə-/ mit Schwa.
- Zäpfchen-R. Das deutsche R entsteht hinten im Rachen. Das amerikanische /r/ wird mit zurückgebogener Zunge gebildet, ohne den Gaumen zu berühren: burrito, sierra, rodeo.
Übung
Hören Sie sich jedes Wort an und sprechen Sie es nach. Achten Sie auf das /oʊ/ oder /ə/ am Ende, die Schwas und das Flap-T.
Übungssätze
Sprechen Sie die Sätze in normalem Tempo. Die spanischen Wörter sollen wie ein Teil des englischen Satzes klingen, im selben Rhythmus.
- Let's grab some tacos and burritos in Los Angeles.
- The fajitas come with warm tortillas and fresh salsa.
- We drove from San Diego to Las Vegas in one day.
- Put some jalapeño on the quesadilla.
- There's an armadillo on the patio!
- They had a piñata at the fiesta in San Jose.
Kurze Checkliste
- Spanische Betonung beibehalten (außer bei Florida, rodeo und wenigen anderen).
- End-o ist /oʊ/: taco, burrito, patio.
- End-a und unbetonte Vokale sind Schwa: salsa, fiesta, amigo.
- Betontes A ist meist /ɑ/, aber /æ/ in alten Wörtern und Ortsnamen: patio, canyon, San Diego.
- T zwischen Vokalen ist ein Flap: burrito, fajita.
- J ist ein leichtes /h/, nie ein deutsches /j/: jalapeño, San Jose. Das G in Los Angeles ist /dʒ/.
- LL ist /j/ in Essenswörtern (tortilla), /l/ in alten Entlehnungen (vanilla, armadillo).
- Ñ ist /nj/; R ist das amerikanische /r/; Z ist /z/, nie /ts/; V ist /v/, nie /f/.
- Und denken Sie daran: Eine spanische Aussprache ist nicht falsch. Diese Muster zeigen nur, wie die meisten Amerikaner diese Wörter sagen.