Freedom, Awesome, Childhood, Friendship: Welche englischen Suffixe zum Schwa werden (-dom, -some, -hood, -ship)

Veröffentlicht am 27. September 2026

Die Suffixe -dom und -some werden immer zu einem schwachen Schwa reduziert: freedom klingt /ˈfridəm/ und awesome /ˈɔsəm/. Die Suffixe -hood und -ship dagegen behalten ihren eigenen kurzen Vokal: childhood ist /ˈtʃaɪldˌhʊd/ und friendship /ˈfrɛndˌʃɪp/, niemals mit Schwa.

Wenn Sie sich nur einen Satz aus diesem Artikel merken, dann diesen: „DOM und SOME werden schwach; HOOD und SHIP bleiben.“ Im Folgenden sehen Sie, warum sich die vier Suffixe so aufteilen, welche häufigen Wörter welchem Muster folgen, welche wenigen Ausnahmen es gibt und welche Fehler deutschsprachige Lernende typischerweise machen.

Die Regel in Kürze

  • -dom klingt /dəm/: freedom, kingdom, wisdom, boredom.
  • -some klingt /səm/: awesome, handsome, lonesome, troublesome.
  • -hood klingt /hʊd/: childhood, neighborhood, adulthood, likelihood.
  • -ship klingt /ʃɪp/: friendship, leadership, relationship, hardship.

Alle vier Suffixe haben eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind betonungsneutral. Wenn man sie anhängt, verschiebt sich die Betonung des Grundworts nie. Free hat nur eine Silbe, und freedom bleibt auf genau dieser Silbe betont: FREE-dom. Neighbor ist NEIGH-bor, und neighborhood ist NEIGH-bor-hood. Das kennen Sie übrigens aus dem Deutschen: Freund und Freundschaft, Kind und Kindheit haben ebenfalls dieselbe betonte Silbe.

Die Hauptbetonung liegt also nie auf dem Suffix. Die einzige Frage ist, was mit dem Vokal des Suffixes passiert, und genau da teilen sich die vier in zwei Gruppen.

Warum das so ist: die Logik hinter der Aufteilung

-dom und -some verhalten sich wie andere schwache Suffixe

Im amerikanischen Englisch werden die meisten unbetonten Vokale zum Schwa /ə/, einem kurzen, entspannten Laut wie das „e“ am Ende von „bitte“. Suffixe sind einer seiner Lieblingsorte. Sie hören ihn bereits in -ful (careful /ˈkɛrfəl/), -ness (kindness /ˈkaɪndnəs/), -less (careless /ˈkɛrləs/) und -man (policeman /pəˈlismən/). Die Suffixe -dom und -some gehören zur selben Familie: Die Schreibung zeigt ein O, aber gesprochen ist dieses O einfach /ə/. Vergleichen Sie dazu das Suffix -man und -men in policeman und policemen, die genauso reduziert werden, und das Suffix -ward in forward und awkward, eine weitere Endung, die schwach wird.

-hood und -ship behalten einen kurzen, ungespannten Vokal

Die Vokale in -hood und -ship sind /ʊ/ (der Vokal von good) und /ɪ/ (der Vokal von sit). Das sind kurze, ungespannte Vokale, und das Englische behält sie problemlos in unbetonten Silben. Sie liegen ohnehin schon nahe an der entspannten Mitte des Mundes, deshalb gibt es wenig Druck, sie weiter abzuschwächen. Dasselbe sehen Sie bei -ing (running /ˈrʌnɪŋ/) und -ish (childish /ˈtʃaɪldɪʃ/): keine Betonung, aber auch kein Schwa.

Es gibt noch einen zweiten Grund. Für Muttersprachler fühlen sich hood und ship noch wie eigenständige Bausteine an, und das Suffix trägt oft eine leichte Nebenbetonung, im Wörterbuch mit /ˌ/ markiert: /ˈneɪbɚˌhʊd/, /ˈlidɚˌʃɪp/. Sie ist viel schwächer als die Hauptbetonung, schützt aber den Vokal. Manche Wörterbücher markieren bei diesen Suffixen gar keine Nebenbetonung; der Vokal bleibt trotzdem /ʊ/ oder /ɪ/.

Eine Brücke zum Deutschen

Alle drei Suffixe haben deutsche Verwandte: -ship entspricht -schaft (friendship, Freundschaft), -hood entspricht -heit (childhood, Kindheit), und -dom entspricht -tum (kingdom, Königtum). Im Deutschen behalten alle drei einen vollen Vokal. Im Englischen haben -hood und -ship ihren Vokal ebenfalls behalten, aber -dom ist zu /dəm/ geschrumpft. Diese Verwandtschaft ist eine praktische Eselsbrücke, aber lassen Sie sich von -tum nicht zu einem vollen Vokal in freedom verleiten.

Beispiele für das Muster

Hier sind die vier Suffixe nebeneinander, dazu drei bekannte schwache Suffixe zum Vergleich.

SuffixLautBeispiele (US-IPA)Was der Vokal macht
-dom/dəm/freedom /ˈfridəm/, kingdom /ˈkɪŋdəm/, boredom /ˈbɔrdəm/Wird zum Schwa
-some/səm/awesome /ˈɔsəm/, handsome /ˈhænsəm/, lonesome /ˈloʊnsəm/Wird zum Schwa
-hood/hʊd/childhood /ˈtʃaɪldˌhʊd/, neighborhood /ˈneɪbɚˌhʊd/, likelihood /ˈlaɪkliˌhʊd/Behält /ʊ/ (wie in good)
-ship/ʃɪp/friendship /ˈfrɛndˌʃɪp/, leadership /ˈlidɚˌʃɪp/, scholarship /ˈskɑlɚˌʃɪp/Behält /ɪ/ (wie in sit)
-ful (Vergleich)/fəl/careful /ˈkɛrfəl/Wird zum Schwa
-ness (Vergleich)/nəs/kindness /ˈkaɪndnəs/Wird zum Schwa
-less (Vergleich)/ləs/careless /ˈkɛrləs/Wird zum Schwa

Weitere Wörter mit -dom

stardom /ˈstɑrdəm/ (Ruhm, Starstatus), fandom /ˈfændəm/, martyrdom /ˈmɑrt̬ɚdəm/ (Martyrium), wisdom /ˈwɪzdəm/ (Weisheit). Wisdom verdient einen Hinweis: Das Grundwort wise hat den Diphthong /aɪ/, wisdom dagegen ein kurzes /ɪ/. Das Suffix bleibt ein ganz normales /dəm/; nur der Vokal des Grundworts ändert sich.

Weitere Wörter mit -some

tiresome /ˈtaɪɚsəm/ (lästig, ermüdend), wholesome /ˈhoʊlsəm/ (gesund, anständig), troublesome /ˈtrʌbəlsəm/ (lästig, schwierig), quarrelsome /ˈkwɔrəlsəm/ (streitsüchtig), twosome /ˈtusəm/ (Duo, Zweiergruppe). Zwei Details: In handsome ist das D stumm (/ˈhænsəm/), und awesome klingt bei manchen Amerikanern /ˈɔsəm/, bei vielen anderen /ˈɑsəm/, je nachdem, ob sie die Vokale von caught und cot zusammenfallen lassen. Beides ist normal. Was sich nie ändert, ist das schwache /səm/ am Ende.

Weitere Wörter mit -hood

brotherhood /ˈbrʌðɚˌhʊd/ (Bruderschaft), parenthood /ˈpɛrəntˌhʊd/ (Elternschaft), falsehood /ˈfɔlsˌhʊd/ (Unwahrheit), adulthood /əˈdʌltˌhʊd/ (Erwachsenenalter). Adulthood zeigt die Betonungsneutralität sehr schön: Wer a-DULT sagt, sagt a-DULT-hood. (Manche Amerikaner sagen AD-ult und dann AD-ult-hood; das Suffix folgt in beiden Fällen dem Grundwort.)

Weitere Wörter mit -ship

membership /ˈmɛmbɚˌʃɪp/ (Mitgliedschaft), citizenship /ˈsɪt̬ɪzənˌʃɪp/ (Staatsbürgerschaft), hardship /ˈhɑrdˌʃɪp/ (Not, Härte), internship /ˈɪntɝnˌʃɪp/ (Praktikum). Schauen Sie sich relationship /rɪˈleɪʃənˌʃɪp/ genau an: Die Endung -tion ist /ʃən/, und das Suffix beginnt mit /ʃ/, also folgt auf das /n/ direkt ein /ʃ/. Schieben Sie keinen zusätzlichen Vokal dazwischen. Im schnellen Sprechen lassen viele Amerikaner außerdem das D in friendship weg: /ˈfrɛnʃɪp/.

Ausnahmen und wie man sie erkennt

Das griechische -some mit der Bedeutung „Körper“

Fachwörter auf -osome stammen von einer griechischen Wurzel für „Körper“ (wie im Deutschen Chromosom und Ribosom), nicht vom englischen Adjektivsuffix. Sie behalten ein volles /oʊ/ mit Nebenbetonung: chromosome /ˈkroʊməˌsoʊm/, ribosome /ˈraɪbəˌsoʊm/. So erkennen Sie sie: Es sind Fachbegriffe aus der Biologie, und der Teil vor -some ist kein bekanntes englisches Wort (chromo, ribo). Vergleichen Sie lonesome, wo lone ein gewöhnliches englisches Wort ist. Ein Tipp: Wenn es das Wort im Deutschen auf -som gibt, ist es fast sicher die griechische Ausnahme.

„Some“ am Wortanfang

In something /ˈsʌmθɪŋ/, someone /ˈsʌmwʌn/ und somewhere /ˈsʌmwɛr/ ist some kein Suffix. Es ist der erste, betonte Teil eines zusammengesetzten Wortes und hat daher den vollen Vokal /ʌ/. Die Regel in diesem Artikel gilt nur für -some am Wortende.

Ein verstecktes -ship-Wort

Worship /ˈwɝʃɪp/ (Gottesdienst, anbeten) sieht nicht nach einem -ship-Wort aus, ist historisch aber „worth“ plus „ship“. Und es verhält sich auch so: Betonung auf der ersten Silbe, und die Endung behält /ɪ/.

Typische Fehler deutschsprachiger Lernender

  • -dom wie der Kölner Dom. Das deutsche Wort „Dom“ hat ein langes /oː/, und das färbt leicht ab: „Frie-dohm“, „King-dohm“. Im amerikanischen Englisch ist -dom ein kurzes, flüchtiges /dəm/, fast wie „-dm“.
  • Ein volles O in -some. Ebenso wird -some gern wie „Somm“ oder mit langem O gelesen. Richtig ist /səm/, mit demselben Murmelvokal wie am Ende von „bitte“.
  • Lange Vokale in -hood und -ship. Das doppelte O in hood verleitet zu einem langen /uː/ wie in food, manchmal sogar zu /oː/ wie im deutschen „Boot“. Und -ship wird oft wie sheep mit langem /iː/ gesprochen. Friendship soll nicht wie „friend sheep“ klingen, childhood nicht wie „child who'd“. Die gute Nachricht: Die richtigen Vokale haben Sie schon. Das /ɪ/ von -ship ist praktisch das kurze I von „Schiff“, und das /ʊ/ von -hood ist das kurze U von „Hund“ oder „Mutter“.
  • Auslautverhärtung bei -hood. Im Deutschen wird ein D am Wortende zu T (Hund klingt „Hunt“). Im Englischen bleibt das D stimmhaft: childhood endet auf /d/, nicht auf /t/. Ein Trick: Machen Sie den Vokal vor dem /d/ eine Spur länger, das signalisiert dem Ohr ein D.
  • Das D in handsome aussprechen. Es heißt /ˈhænsəm/, genau wie hansom (eine alte Pferdekutsche).
  • Überkorrektur. Wer das Schwa entdeckt hat, will manchmal alles reduzieren: „child-hed“, „friend-schöp“. Denken Sie daran: -hood und -ship behalten /ʊ/ und /ɪ/.

Übung

Hören Sie sich jedes Wort an und sprechen Sie es nach. Achten Sie auf die letzte Silbe: schwaches /əm/ bei -dom und -some, klares /ʊ/ und /ɪ/ bei -hood und -ship.

Übungssätze

Lesen Sie jeden Satz zweimal: erst langsam und mit übertriebenem Kontrast, dann in natürlichem Tempo.

  1. Freedom and wisdom grow slowly. (FREE-dəm, WIZ-dəm)
  2. That handsome actor looked awesome on the red carpet. (HAN-səm, AW-səm)
  3. I spent my childhood in a quiet neighborhood. (CHILD-hʊd, NEIGH-bor-hʊd)
  4. Their friendship slowly became a relationship. (FRIEND-ʃɪp, re-LA-tion-ʃɪp)
  5. The old kingdom went through years of hardship. (KING-dəm, HARD-ʃɪp)
  6. She won a scholarship and an internship in the same year. (SCHOL-ar-ʃɪp, IN-tern-ʃɪp)

Kurz zusammengefasst

  • Alle vier Suffixe sind betonungsneutral: Die Betonung bleibt auf dem Grundwort.
  • -dom = /dəm/ und -some = /səm/: schwach, mit Schwa, wie -ful, -ness und -less.
  • -hood = /hʊd/ und -ship = /ʃɪp/: kurze Vokale, die bleiben, wie bei -ing und -ish.
  • Ausnahmen: griechische Wörter auf -osome (chromosome, ribosome) haben ein volles /oʊ/; some- am Wortanfang (something) ist betont und hat /ʌ/.
  • Vermeiden Sie „Frie-dohm“, „friend sheep“ und ein stimmloses „child-hut“.
  • Merksatz: DOM und SOME werden schwach; HOOD und SHIP bleiben.

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