Englische Ordnungszahlen: die /θ/-Regel, die sieben Unregelmäßigen und die Konsonantencluster, die alle stolpern lassen

Veröffentlicht am 30. August 2026

Sie bestätigen am Telefon einen Liefertermin auf Englisch. Die Stimme sagt "so we will see you on the twelfth", Sie wiederholen es, und es entsteht eine kurze Pause, bevor jemand fragt "sorry, the what?". Das Datum war richtig. Das Wort nicht. Herausgekommen ist twelfs oder twelft.

Zwei Tage später müssen Sie in einem Meeting sagen, dass der Bericht am Fünfundzwanzigsten fällig ist und die Frist womöglich auf den Fünften rutscht. Dasselbe Problem taucht zweimal im selben Satz auf.

Ordnungszahlen sind seltsames Gelände. Die Regel dahinter gehört zu den einfachsten des Englischen, und trotzdem entstehen daraus einige der schwierigsten Wörter der Sprache. Die Schwierigkeit ist nicht die Regel. Es sind die sieben unregelmäßigen Formen und die Konsonantenstapel, die die Regel erzeugt.

Die Regel: /θ/ anhängen

Nehmen Sie die Grundzahl und hängen Sie den Laut /θ/ an. Das ist das gesamte System.

  • four /fɔr/ wird zu fourth /fɔrθ/
  • six /sɪks/ wird zu sixth /sɪksθ/
  • seven /ˈsɛvən/ wird zu seventh /ˈsɛvənθ/
  • ten /tɛn/ wird zu tenth /tɛnθ/
  • hundred /ˈhʌndrəd/ wird zu hundredth /ˈhʌndrədθ/

In der Schrift lautet das Suffix -th und klebt an einer Zahl, die Sie längst flüssig sprechen. Achten Sie darauf, was nicht passiert: kein Vokal kommt hinzu und keine Silbe kommt hinzu. Sixth hat genau so viele Silben wie six. Das Wort wird am Ende schwerer, nicht länger.

Genau hier führt Sie das Deutsche in die Irre. Deutsche Ordinalzahlen bilden sich völlig regelmäßig mit -te und -ste, und diese Endung bringt immer eine zusätzliche Silbe mit: vier wird vierte, sechs wird sechste, zwanzig wird zwanzigste. Ihr Reflex ist also, das englische Wort zu verlängern, obwohl es sich gar nicht verlängert.

Warum es immer /θ/ ist und nie /ð/

Die Buchstaben th decken im Englischen zwei Laute ab: das stimmlose /θ/ in think und das stimmhafte /ð/ in this. Bei Ordnungszahlen müssen Sie nie wählen. Die Ordinalendung ist immer das stimmlose /θ/. Das stimmhafte /ð/ lebt in einer kleinen geschlossenen Gruppe von Funktionswörtern (the, this, that, they) und zwischen Vokalen im Wortinneren (mother, weather). Ein Ordinalsuffix ist weder das eine noch das andere, also bleibt es stimmlos.

Das Deutsche hat keinen der beiden Laute, deshalb greift Ihr Mund zum nächsten Nachbarn: /s/ oder /t/. So wird aus fifth ein fifs oder ein fift, und aus third ein sörd. Der Bau ist mechanisch: Zungenspitze leicht gegen die Rückseite der oberen Schneidezähne, oder ein Stück zwischen die Zähne, Luft hinausschieben, Stimmbänder aus. Spüren Sie ein Summen im Hals, haben Sie /ð/ gemacht.

Eine gute Nachricht vorweg: das Deutsche erlaubt reiche Konsonantenhäufungen am Silbenende, von Herbst über du schimpfst bis sechsten. Anders als Spanisch oder Französisch stellt Ihnen die Silbenstruktur also kaum Hindernisse in den Weg. Das einzige wirklich neue Element ist der Laut /θ/ selbst.

Die sieben Unregelmäßigen

Sieben Ordnungszahlen verweigern die einfache Regel, jede aus einem eigenen Grund. Wer den Grund sieht, empfindet die Form nicht mehr als willkürlich.

first, second, third

first /fɝst/, second /ˈsɛkənd/, third /θɝd/. Sie stammen überhaupt nicht von one, two und three. First ist mit fore verwandt, also mit dem, was vorn ist, genau wie unser erste mit eher; second kam über das Französische aus dem Lateinischen und bedeutet "der Folgende"; third ist eine sehr alte Umstellung von three. Lernen Sie sie als Vokabeln. Zwei Details: second ist die einzige Ordnungszahl ganz ohne /θ/, und third setzt sein /θ/ an den Anfang statt ans Ende.

fifth: five verliert sein /v/

fifth /fɪfθ/. Die Zahl five /faɪv/ endet auf stimmhaftem /v/. Das Suffix ist stimmlos, und das Englische hält keinen stimmhaften Reibelaut direkt vor einem stimmlosen aus, also härtet /v/ zu /f/ und der Vokal verkürzt sich von /aɪ/ zu /ɪ/. Das kennen Sie: es ist dieselbe Logik wie die deutsche Auslautverhärtung in Grab und Bad. Sagen Sie five, fifth hintereinander und spüren Sie, wie die Stimme abschaltet.

eighth: zwei fast gleiche Laute verschmelzen

eighth /eɪtθ/, auch als /eɪθ/ zu hören. Eight endet bereits auf dem Buchstaben t, deshalb fügt die Schreibung nur ein h hinzu. Im Mund entstehen /t/ und /θ/ fast an derselben Stelle, und die meisten Amerikaner lösen das /t/ nicht separat: die Zunge macht eine einzige Bewegung, sperrt die Luft hinter den Zähnen und lässt sie dann zwischen den Zähnen entweichen. Viele vereinfachen weiter zu /eɪθ/ ohne hörbares /t/. Beides ist normal. Nicht normal ist eight-uth mit einem Vokal in der Mitte.

ninth: das stumme e verschwindet

ninth /naɪnθ/. Nine wird mit stummem End-e geschrieben, und die Ordnungszahl streicht dieses e (n-i-n-t-h, niemals nineth), weil es ohnehin nie gesprochen wurde. Sie hängen einfach /θ/ an /naɪn/: eine Silbe hinein, eine Silbe hinaus. Viele Lernende produzieren nai-neth in zwei Silben, weil die Schreibung von nine im Kopf sitzt.

twelfth: vier Konsonanten am Stück

twelfth /twɛlfθ/. Dieselbe Verhärtung wie bei fifth: twelve /twɛlv/ macht aus /v/ ein /f/. Das Ergebnis sind /l/ plus /f/ plus /θ/ hinter dem Vokal, und mit dem /tw/ davor trägt das Wort fünf Konsonanten um einen einzigen Vokal. Für Sie ist die Stapelhöhe machbar, das Muster erinnert an Herbst; neu ist nur, dass ganz am Ende ein /θ/ statt eines /s/ oder /t/ steht.

twentieth, thirtieth, fortieth: hier kommt eine Silbe dazu

twentieth /ˈtwɛntiəθ/, thirtieth /ˈθɝtiəθ/, fortieth /ˈfɔrtiəθ/, und so weiter bis ninetieth. Das ist die einzige Familie, in der die Regel das Wort tatsächlich verlängert: die Endung -ty /ti/ wird zu -tieth /tiəθ/, und das sind zwei Silben. Twenty hat zwei Silben, twentieth hat drei. Lernende sagen regelmäßig twentith und verlieren das mittlere /ə/, ausgerechnet dort, wo Deutlichkeit am wichtigsten ist: bei einem Datum. Sprechen Sie es in drei Schlägen, TWEN + ti + öth, und beschleunigen Sie dann, ohne den mittleren Schlag zu streichen.

Das Cluster-Problem und die Lösung

Die /θ/-Regel baut unauffällig die schlimmsten Konsonantenverbindungen der Sprache, und das Plural-/s/ macht es schlimmer: fifths /fɪfθs/, sixths /sɪksθs/, twelfths /twɛlfθs/, months /mʌnθs/.

Es gibt zwei Arten zu scheitern. Die erste ist das Weglassen: fifs, siks, muns. Die zweite und schädlichere ist das Einfügen eines Vokals, damit jeder Konsonant seinen eigenen Platz bekommt: fif-e-ths, twelf-e-th. Weglassen klingt umgangssprachlich; Einfügen erzeugt zusätzliche Silben, zerstört den Satzrhythmus und macht das Wort schwer erkennbar.

Die Technik heißt Überlappung. Hören Sie auf, /θ/ und /s/ als zwei nacheinander produzierte Laute zu behandeln. Denken Sie an einen einzigen durchgehenden Luftstrom, in dem die Zungenspitze nach hinten gleitet:

  1. Sprechen Sie das Wort bis zum /θ/ und halten Sie es: "fifffff-thhhhh", Zungenspitze an den Zähnen, Luft zischt, Stimme aus.
  2. Ohne die Luft anzuhalten, schieben Sie die Zungenspitze wenige Millimeter zurück auf den Damm hinter den Zähnen. Das Zischen schärft sich von selbst zu /s/.
  3. Dieses Gleiten ist die gesamte Endung. /θs/ ist eine Bewegung, nicht zwei Ereignisse.

Die Probe: Gelingt Ihnen die Endung auf einem einzigen ununterbrochenen Luftstrom, war es richtig. Ist die Luft irgendwo stehengeblieben, wird dort gleich ein Vokal auftauchen.

Die Fallen auf einen Blick

ZifferGeschriebene OrdnungszahlIPAFalle
1stfirst/fɝst/nicht von one abgeleitet; kein /θ/
2ndsecond/ˈsɛkənd/die einzige Ordnungszahl ohne /θ/
3rdthird/θɝd/das /θ/ steht vorn
5thfifth/fɪfθ//v/ härtet zu /f/
6thsixth/sɪksθ//ksθ/ ohne zusätzliche Silbe
8theighth/eɪtθ/ oder /eɪθ/eine Zungenbewegung, kein Vokal dazwischen
9thninth/naɪnθ/stummes e fällt weg; bleibt einsilbig
12thtwelfth/twɛlfθ/vier Konsonanten nach dem Vokal
20thtwentieth/ˈtwɛntiəθ/hier kommt eine Silbe dazu
100thhundredth/ˈhʌndrədθ//dθ/ verschmilzt zu einem Kontakt

Ordnungszahlen in Datumsangaben, wo Sie sie wirklich brauchen

Datumsangaben sind mit Abstand der häufigste Ort, an dem Ordnungszahlen gesprochen werden, und dort fällt der Fehler auf, denn ein falsch verstandenes Datum hat Folgen.

Der Kernpunkt: Das amerikanische Englisch schreibt eine nackte Ziffer, spricht aber eine Ordnungszahl. "March 3" wird als "March third" gelesen, "the meeting is on April 1" als "April first". Auch wenn im Schriftbild kein -st oder -rd steht, ist es in der Aussprache da. Das Deutsche macht es sichtbarer, weil wir den Punkt schreiben, "30. August", und "dreißigsten August" sprechen; das Prinzip kennen Sie also, nur das Signal fehlt im englischen Schriftbild.

In zusammengesetzten Daten liegt die Betonung auf der Ordnungszahl, nicht auf dem Zehner: "the twenty-FIRST", "the thirty-FIRST", "the twenty-SECOND". Betonen Sie TWENTY, klingt es, als würden Sie zählen statt einen Tag zu nennen.

Ein vollständiges amerikanisches Datum beginnt mit dem Monat: "August thirtieth, two thousand twenty-six". Die Jahreszahl ist keine Ordnungszahl, Jahrzehnte ebenfalls nicht: "the 1990s" heißt "the nineteen nineties" mit Plural-/z/, nicht "the nineteen ninetieth". Die Variante "the thirtieth of August" ist ebenfalls korrekt, aber der Monat zuerst ist in den USA die Norm.

Brüche: Ordnungszahlen mit einem Plural obendrauf

Englische Brüche bestehen aus Ordnungszahlen: one third, two thirds /θɝdz/, three fifths /fɪfθs/, one eighth /eɪtθ/, five sixths /sɪksθs/, seven twelfths /twɛlfθs/. Der Nenner ist eine Ordnungszahl, und sobald der Zähler größer als eins ist, stapelt sich eine Pluralendung darauf: stimmhaftes /z/ nach stimmhaftem Laut (thirds /θɝdz/) und stimmloses /s/ nach /θ/ (fifths /fɪfθs/). Nur half und quarter stehen außerhalb des Musters.

Ausnahmen und Stolperstellen

Nur das letzte Element ist ordinal

In einer zusammengesetzten Zahl nimmt nur der letzte Bestandteil die Ordinalform an: twenty-first, niemals twentieth-first; one hundred second, niemals one hundredth second. Endet die Zahl auf einem runden Zehner, ist dieser Zehner das letzte Element und wird sehr wohl ordinal: three hundred fortieth.

Englische Ordnungszahlen werden nicht flektiert

Im Deutschen dekliniert die Ordnungszahl mit: der erste Tag, am ersten Tag, die ersten drei Monate. Im Englischen ändert sie sich nie. The first day, the first week, the first three months: eine einzige unveränderliche Form ohne Kasus- oder Genusendung.

eighth fügt keinen Buchstaben hinzu

Alle anderen Ordnungszahlen hängen -th, -st, -nd oder -rd an die Schreibung. Eighth hängt nur ein h an, weil das t schon da war. Es ist die einzige orthografische Ausnahme der ganzen Reihe.

second und third sind auch gewöhnliche Wörter

Second als Zeiteinheit ist genau dasselbe Wort mit derselben Aussprache /ˈsɛkənd/ und stammt aus derselben Idee wie unsere Sekunde: die zweite Teilung der Stunde. Third steckt in third party und third degree. Am Klang ändert sich nichts.

Muttersprachler reduzieren /θs/, aber kopieren Sie das noch nicht

In schneller Umgangssprache kommt months oft als /mʌns/ heraus, sixths als /sɪks/ und fifths als /fɪfs/. Das ist eine echte muttersprachliche Reduktion, keine Schlamperei. Aber es gibt eine Reihenfolge: Muttersprachler reduzieren aus einer Vollform heraus, die sie bereits beherrschen, und stellen sie sofort wieder her, wenn Deutlichkeit zählt, am Telefon, bei einem Preis, in einem Vertrag. Wer die Vollform überspringt und direkt zur reduzierten greift, klingt nicht muttersprachlich, sondern versteckt einen Laut, den er noch nicht bilden kann. Bauen Sie zuerst /fɪfθs/, dann darf es sich lockern.

Die Übung: fünf Schritte laut gesprochen

  1. Isolieren Sie das /θ/. Sagen Sie "ä, ä, ä", dann "äth, äth, äth", Zungenspitze an den Zähnen, Stimme aus, zehnmal.
  2. Zählen Sie die Ordnungszahlen der Reihe nach. first, second, third, fourth, fifth, sixth, seventh, eighth, ninth, tenth, eleventh, twelfth. Eine pro Atemzug. Wiederholen Sie jedes Wort, das zusammenbricht.
  3. Verhärtungspaare. Wechseln Sie five/fifth, twelve/twelfth, zehn Durchgänge, und spüren Sie, wie /v/ zu /f/ wird.
  4. Das Gleiten. fifth zu fifths, sixth zu sixths, twelfth zu twelfths, month zu months. Halten Sie das /θ/ und gleiten Sie zu /s/, ohne die Luft anzuhalten. Erscheint ein Vokal, ist die Luft gestoppt.
  5. Echte Daten in echtem Tempo. "The meeting is on August thirtieth." "Her birthday is the twelfth." "We move out on the twenty-first." Nehmen Sie sich auf und prüfen Sie, ob in thirtieth eine Silbe fehlt und in twelfth das /θ/.

Eine Regel, sieben Unregelmäßige und eine einzige gleitende Zungenbewegung. Damit das /θ/ automatisch sitzt, bevor Sie es unter einem Cluster begraben, arbeiten Sie die englischen Konsonantenübungen durch und tragen Sie die fertigen Ordnungszahlen dann in vollständige Daten und Fristen mit der Satzübung.

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