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Deutsche vs. englische Laute: Kompletter Vergleich für Deutschsprachige

Veröffentlicht am 29. März 2026

Deutsch und Englisch sind beide germanische Sprachen und teilen viele Gemeinsamkeiten. Trotzdem unterscheiden sich ihre Lautsysteme erheblich. Das Verständnis dieser Unterschiede ist der schnellste Weg, deine englische Aussprache zu verbessern.

Überblick: Wie unterschiedlich sind sie?

Deutsch hat ungefähr 40 Phoneme. Englisch hat etwa 44. Obwohl sich viele Laute überschneiden, gibt es in beiden Sprachen Laute, die in der jeweils anderen nicht existieren.

KategorieDeutschEnglisch
Vokale (Monophthonge)~15 (inkl. Umlaute)~12
Diphthonge3 (ei, au, eu/äu)5-8
Konsonanten~22~24
TH-LauteExistieren nicht2 Laute (/θ/, /ð/)
CH-Laute2 (ich-Laut, ach-Laut)Existieren nicht
R-LautUvular oder vokalisiertRetroflex /ɹ/
AuslautverhärtungJaNein

Laute, die im Deutschen nicht existieren

1. Die TH-Laute (/θ/ und /ð/)

Dies ist die berühmteste Herausforderung für Deutschsprachige. Englisch hat zwei TH-Laute, die im Deutschen nicht vorkommen:

  • /θ/ (stimmlos): think, bath, math, three, through
  • /ð/ (stimmhaft): this, that, the, breathe, weather

Wie man sie bildet: Lege die Zungenspitze leicht zwischen die oberen und unteren Zähne. Für /θ/ blase Luft aus (ohne Stimme). Für /ð/ lasse die Stimmbänder vibrieren.

Häufige Fehler:

  • /θ/ wird zu /s/ ("sink" statt "think")
  • /ð/ wird zu /z/ oder /d/ ("zis" oder "dis" statt "this")

2. Der /æ/-Laut

Dieser Laut liegt zwischen dem deutschen "a" und "ä", ist aber mit keinem identisch. Er ist offener als /ɛ/ und geschlossener als /a/.

  • cat, hat, man, back, apple, happy, bad

Wie man ihn bildet: Sag "ä" (wie in "Käse"), aber öffne den Mund weiter und senke die Zunge tiefer.

3. Das englische R (/ɹ/)

Das englische R ist komplett anders als das deutsche R. Im Deutschen ist das R entweder uvular (Zäpfchen-R) oder wird am Wortende vokalisiert ("er" klingt wie "ea"). Im Englischen wird die Zunge nach hinten gebogen, ohne irgendetwas zu berühren.

Wie man es bildet: Biege die Zungenspitze nach hinten und oben. Die Zunge darf nicht den Gaumen oder die Zähne berühren und nicht vibrieren.

4. Der /ʌ/-Laut

Ein neutraler, kurzer Vokal, der im Deutschen keine Entsprechung hat:

  • cup, bus, love, money, come, but, fun

Er ist weder "a" noch "u" noch "o", sondern ein entspannter Laut in der Mitte.

5. Die Schwa (/ə/)

Der häufigste Laut im Englischen. Im Deutschen gibt es das Schwa zwar auch (wie in der Endung "-e" in "Sonne"), aber im Englischen werden viel mehr unbetonte Vokale zu Schwa reduziert:

  • about, ago, sofa, problem, president

Laute, die im Englischen nicht existieren

Deutschsprachige haben auch Laute, die Englisch nicht kennt. Es ist wichtig, diese NICHT ins Englische zu übertragen:

Die deutschen CH-Laute

  • Ich-Laut /ç/ (wie in "ich", "Milch"): existiert im Englischen nicht
  • Ach-Laut /x/ (wie in "Buch", "acht"): existiert im Englischen nicht

Fehler: Das englische CH ist IMMER /tʃ/, /k/ oder /ʃ/, niemals /ç/ oder /x/.

Die Umlaute

  • /yː/ (wie in "über"): existiert im Englischen nicht
  • /øː/ (wie in "schön"): existiert im Englischen nicht

Laute, die in beiden Sprachen existieren, aber anders funktionieren

W vs. V

Dies ist einer der häufigsten Fehler für Deutschsprachige:

  • Deutsches W = englisches V (/v/): "Wasser" klingt wie englisches V
  • Englisches W = gerundete Lippen (/w/): Lippen formen ein O

Häufiger Fehler: "vater" statt "water", "vine" statt "wine"

Die Auslautverhärtung

Im Deutschen werden stimmhafte Konsonanten am Wortende automatisch stimmlos: "Hund" /hʊnt/, "Rad" /raːt/. Im Englischen passiert das NICHT. Der stimmhafte Konsonant muss beibehalten werden:

Englisches WortKorrektFalscher deutscher TransferProblem
dog/dɔːɡ//dɔːk/g wird zu k
bad/bæd//bæt/d wird zu t
have/hæv//hæf/v wird zu f
big/bɪɡ//bɪk/g wird zu k
love/lʌv//lʌf/v wird zu f

Vokallänge

Im Deutschen unterscheidet die Vokallänge oft die Bedeutung: "Staat" vs. "Stadt". Im Englischen ist das ähnlich, aber die Vokalqualität ändert sich zusätzlich:

Kurzer VokalLanger VokalMinimalpaar
/ɪ/ (sit)/iː/ (seat)ship/sheep, bit/beat, live/leave
/ʊ/ (full)/uː/ (fool)pull/pool, look/Luke
/æ/ (bat)/ɑː/ (father)hat/heart, cat/cart

Das H

Im Deutschen ist das H in vielen Positionen stumm (Dehnungs-H: "fahren", "sehen"). Im Englischen wird das H am Wortanfang fast immer ausgesprochen:

  • Korrekt: house /haʊs/, happy /ˈhæpi/, hello /həˈloʊ/
  • Ausnahmen: hour, honest, heir (H ist stumm)

Unterschiede in Rhythmus und Betonung

Deutsch und Englisch sind beide stressbetonte Sprachen (im Gegensatz zum silbenzählenden Französisch). Allerdings reduziert Englisch unbetonte Silben viel stärker als Deutsch:

  • Deutsch: "Schokolade" (alle Silben relativ klar)
  • Englisch: "CHOColate" /ˈtʃɑːklət/ (nur 2-3 Silben, stark reduziert)

Im Englischen verschwinden unbetonte Vokale fast vollständig und werden zum Schwa /ə/. Dies ist einer der wichtigsten Aspekte für natürlich klingendes Englisch.

Zusammenfassung: Prioritäten für Deutschsprachige

  1. TH-Laute (/θ/ und /ð/): Zunge zwischen die Zähne
  2. W/V-Unterscheidung: W = gerundete Lippen, V = Zähne auf Unterlippe
  3. Auslautverhärtung vermeiden: Stimmhafte Konsonanten am Wortende stimmhaft halten
  4. Englisches R: Zunge nach hinten biegen, nicht vibrieren lassen
  5. /æ/-Laut: Offener als deutsches "ä"
  6. Vokalreduktion: Unbetonte Silben zum Schwa reduzieren
  7. Deutsche CH-Laute vermeiden: Kein /ç/ oder /x/ im Englischen
  8. H am Wortanfang aussprechen: Nicht stumm lassen

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