Wenn Ihnen Muttersprachler zu schnell sprechen und Sie kaum etwas verstehen, liegt das oft nicht an Ihrem Vokabular. Es liegt an der verbundenen Sprache: der Art, wie Wörter im natürlichen Sprachfluss miteinander verschmelzen, reduziert werden und neue Laute erzeugen.
Was ist verbundene Sprache?
Verbundene Sprache (connected speech) bezeichnet die Veränderungen in der Aussprache, die entstehen, wenn Wörter in einem Satz schnell hintereinander gesprochen werden. Es gibt drei Hauptphänomene:
- Verknüpfung (Linking): Laute von benachbarten Wörtern verschmelzen
- Reduktion: Unbetonte Wörter werden stark verkürzt
- Elision: Laute werden ganz weggelassen
Verknüpfung: Konsonant + Vokal
Wenn ein Wort auf einen Konsonanten endet und das nächste mit einem Vokal beginnt, werden sie verbunden.
Häufige Reduktionen
Viele Grammatikwörter werden in der normalen Alltagssprache stark reduziert:
| Schriftform | Alltagssprache | IPA |
|---|---|---|
| going to | gonna | /ˈɡɑːnə/ |
| want to | wanna | /ˈwɑːnə/ |
| have to | hafta | /ˈhæftə/ |
| kind of | kinda | /ˈkaɪndə/ |
| a lot of | alotta | /əˈlɑːtə/ |
| out of | outta | /ˈaʊtə/ |
Elision: Laute verschwinden
Bestimmte Laute werden in schneller Alltagssprache weggelassen:
Assimilation: Laute passen sich an
Manchmal verändert ein Laut seine Qualität, weil der benachbarte Laut einen Einfluss hat:
Übungsstrategien
- Shadowing: Sprechen Sie gleichzeitig mit einem Muttersprachler mit und imitieren Sie den Rhythmus.
- Diktat: Hören Sie langsam Alltagsgespräche und schreiben Sie auf, was Sie hören.
- Bewusstes Zuhören: Achten Sie beim Hören von Podcasts oder Filmen gezielt auf Reduktionen und Verbindungen.
- Laut lesen: Lesen Sie Dialoge laut vor und versuchen Sie, die Wörter natürlich zu verbinden.