Sie sehen einen amerikanischen Film und jemand sagt I can't dance. Zehn Minuten später legen Sie einen britischen Film ein, und eine Figur sagt genau denselben Satz, aber der Vokal ist umgezogen. Der Amerikaner sagte etwas wie "kant dans", mit dem flachen, vorderen Vokal von cat. Der britische Schauspieler sagte eher "kahnt dahns", mit einem langen, dunklen Vokal, der viel weiter hinten im Mund gebildet wird. Gleiches Wort, gleiche Schreibung, zwei völlig verschiedene Vokale.
Das nennt man die TRAP-BATH-Spaltung, und sie gehört zu den größten Einzelunterschieden zwischen amerikanischer und britischer Aussprache. Falls Sie je unsicher waren, ob es ask oder "ahsk", class oder "clahss" heißt: hier wird die Frage geklärt. Die Regel ist in eine Richtung kompliziert und in die andere sehr einfach, und wer amerikanisches Englisch lernt, braucht nur die einfache Richtung.
Die Regel, klar ausgesprochen
Im amerikanischen Englisch verwenden alle diese Wörter einen einzigen Vokal: /æ/, den TRAP-Vokal, denselben, den Sie schon aus cat, hat und bad kennen.
- ask /æsk/
- dance /dæns/
- class /klæs/
- path /pæθ/
- laugh /læf/
- can't /kænt/
- after /ˈæftər/
- example /ɪɡˈzæmpəl/
In der britischen Standardaussprache (RP) hat sich ein Teil dieser Wörter aus der Gruppe gelöst und einen langen hinteren Vokal angenommen: /ɑː/, den Vokal von father. RP hat also ask /ɑːsk/, dance /dɑːns/, class /klɑːs/, path /pɑːθ/, laugh /lɑːf/ und can't /kɑːnt/. Das amerikanische Englisch hat diese Bewegung nie mitgemacht; es hat den ursprünglichen Vokal in der gesamten Gruppe behalten.
Die ganze Geschichte passt in eine Zeile: England hat die Gruppe geteilt, die USA nicht.
Was die Spaltung tatsächlich vorhersagt
Die Wörter, die sich in England abgespalten haben, sind nicht zufällig gewählt. Sie fallen in zwei lautliche Umgebungen, und sobald Sie diese erkennen, sehen Sie die ganze Familie auf einen Blick.
1. Der Vokal steht vor einem stimmlosen Reibelaut: /f/, /θ/, /s/
- /f/: laugh, staff, half, after, draft, craft
- /θ/: path, bath, math, wrath
- /s/: class, glass, grass, pass, ask, last, fast, past, cast, task, basket, castle
2. Der Vokal steht vor einem Nasal plus einem weiteren Konsonanten
- /ns/: dance, chance, France, advance, glance
- /nt/: can't, plant, grant, aunt, slant
- /ntʃ/: branch, ranch, blanch
- /mpl/: example, sample, ample
- /nd/: demand, command, slander
Beachten Sie die Gemeinsamkeit: Es sind Positionen, in denen ein Vokal von Natur aus dazu neigt, sich zu dehnen. Im Südengland des 18. Jahrhunderts ging diese Dehnung so weit, dass der Vokal seine Identität komplett wechselte. In Amerika ging die Dehnung nie so weit.
USA und Großbritannien im Vergleich
| Wort | Amerikanisch /æ/ | Britisch RP /ɑː/ | Umgebung |
|---|---|---|---|
| ask | /æsk/ | /ɑːsk/ | vor /s/ |
| class | /klæs/ | /klɑːs/ | vor /s/ |
| path | /pæθ/ | /pɑːθ/ | vor /θ/ |
| laugh | /læf/ | /lɑːf/ | vor /f/ |
| after | /ˈæftər/ | /ˈɑːftə/ | vor /f/ |
| dance | /dæns/ | /dɑːns/ | Nasal + /s/ |
| can't | /kænt/ | /kɑːnt/ | Nasal + /t/ |
| example | /ɪɡˈzæmpəl/ | /ɪɡˈzɑːmpəl/ | Nasal + /pl/ |
| gas | /ɡæs/ | /ɡæs/ | Ausnahme: keine Spaltung |
| fantastic | /fænˈtæstɪk/ | /fænˈtæstɪk/ | Ausnahme: keine Spaltung |
Übung: Sprechen Sie all das mit /æ/
Halten Sie die Zunge hoch und vorn, den Kiefer entspannt und offen, und lassen Sie den Klang hell bleiben. Sobald er nach hinten Richtung father rutscht, sind Sie ins britische Muster gefallen.
Nun eine zweite Runde, darunter ein längeres Wort, bei dem der Vokal in einer betonten Binnensilbe steht.
Die Ausnahmen, vor denen niemand warnt
Hier ist Ehrlichkeit wichtig. Die obigen Umgebungen beschreiben, welche Wörter sich hätten spalten können, nicht welche es tatsächlich getan haben. Viele Wörter stehen genau in der passenden lautlichen Lücke und behalten trotzdem /æ/, sogar im britischen Englisch. Genau deshalb lässt sich die Regel nicht mechanisch anwenden.
- Vor /s/, aber ohne Spaltung: gas, mass, crass, ass sowie die gesamte -astic-Familie: plastic, elastic, fantastic, sarcastic.
- Vor /θ/, aber ohne Spaltung: math (amerikanisch) und maths (britisch) behalten beide /æ/.
- Nasalwörter, die geblieben sind: ant, hand, band, sand, stand, cancel, expand, random und ample (das /æ/ behält, obwohl example es nicht tut).
- In Großbritannien wirklich schwankend: romance, finance, ranch, transfer, transport, graph, plastic. Die Briten sind sich hier untereinander uneinig.
Noch ein Punkt, damit nichts durcheinandergeht: Amerikaner sagen tatsächlich father, spa, calm, palm und llama mit dem hinteren Vokal /ɑ/, aber das hat mit der TRAP-BATH-Spaltung nichts zu tun. Diese Wörter kamen bereits mit hinterem Vokal ins Englische oder verloren ein l, das sie gedehnt hat. Sie gehörten nie zur /æ/-Familie.
Eine amerikanische Komplikation: /æ/-Hebung vor Nasalen
Wenn Sie genau hinhören, wie ein Amerikaner can't, dance oder man sagt, klingt der Vokal nicht ganz wie der in cat. Vor einem Nasalkonsonanten hebt sich das amerikanische /æ/ und wird leicht diphthongisch, etwa [eə]. Deshalb kann dance ein wenig nach "deh-ans" und man nach "meh-an" klingen.
Das ist nicht das britische /ɑː/, sondern genau die Gegenbewegung. Der amerikanische Vokal geht nach oben und nach vorn, der britische nach unten und nach hinten. Wer diese Hebung nachahmt, klingt amerikanischer, nicht britischer.
Die typische Falle für Deutschsprachige
Das Deutsche hat ein bequemes, eher zentrales a, und die meisten Deutschsprachigen übertragen es unverändert ins Englische. Dadurch kommt dance mit einem Vokal heraus, der weder das amerikanische /æ/ noch das britische /ɑː/ ist, sondern ein Kompromiss auf halbem Weg zwischen beiden. Für ein englisches Ohr bleibt der Laut unscharf und passt in keine Kategorie.
Genau dieser Zwischenwert ist das eigentliche Problem, und er wiegt weit schwerer als die Frage nach dem Akzent. Ein sauberes amerikanisches /æ/ entsteht, indem Sie die Zunge nach vorn schieben und gleichzeitig den Kiefer senken; das fühlt sich anfangs übertrieben an, fast wie eine Parodie. Vertrauen Sie der Übertreibung, denn genau das ist das Ziel.
Wofür sollten Sie sich entscheiden?
Verwenden Sie /æ/ in all diesen Wörtern. Die Gründe:
- Es ist die Mehrheitsaussprache im englischsprachigen Raum, nicht nur in den USA. Kanada, große Teile Irlands, Nordengland, Schottland und weite Teile Australiens verwenden in fast der ganzen Liste ebenfalls /æ/.
- Im amerikanischen Englisch ist es nie falsch, Verallgemeinern kann also nicht schiefgehen.
- Es nimmt Ihnen die gesamte Gedächtnisarbeit ab: keine Liste zum Lernen, keine Ausnahmen zum Mitverfolgen.
- Die beiden Systeme zu mischen, im selben Satz "clahss" und "dans" zu sagen, ist das, was wirklich inkonsequent klingt.
Kurze Checkliste
- Umgebung erkennen: /æ/ vor /f/, /θ/, /s/ oder vor einem Nasal plus weiterem Konsonanten.
- Im amerikanischen Englisch überall /æ/ verwenden. Keine Ausnahmen zum Auswendiglernen.
- Zunge vorn und hoch halten; den Vokal nicht Richtung father abrutschen lassen.
- Vor m, n und ng darf sich der Vokal leicht Richtung [eə] heben. Das ist amerikanisch, nicht britisch.
- Nicht durch das deutsche a ersetzen; es landet auf halbem Weg und klingt nach keinem der beiden Vokale.
- Wörter wie father, spa und calm haben /ɑ/ aus anderen historischen Gründen. Lassen Sie sie in Ruhe.
Sie möchten den Vokal selbst trainieren und nicht nur die Regel? Gehen Sie das komplette Inventar in unserer Vokalübung zum amerikanischen Englisch durch, wo Sie /æ/ im direkten Vergleich zu allen Vokalen hören, mit denen es verwechselt wird.