Warum 'Ballet' wie 'Bal-LEI' klingt: Die Regel der stummen Endkonsonanten bei französischen Lehnwörtern

Veröffentlicht am 24. Mai 2026

Du siehst „ballet" und liest „BAL-LET" mit klarem T. Aber alle sagen „bal-LEI". Genauso bei „buffet" (be-FEI), „depot" (DI-pou), „rapport" (re-POR). Was ist da los?

Hier ist die Regel: Englische Wörter, die aus dem Französischen entlehnt sind, behalten ihre ursprünglich stummen Endkonsonanten. Das T, S, P, X oder G am Ende wird geschrieben, aber nicht gesprochen. Die Betonung fällt meist auch auf die LETZTE Silbe - französisch.

Die Kernregel

Französisch lässt seit dem Mittelalter Endkonsonanten verstummen. Als das Englische nach der normannischen Eroberung (und erneut im 18./19. Jh.) französische Wörter übernahm, behielt es die französische Aussprache als Zeichen der Eleganz. Die stummen Buchstaben sind also keine Faulheit - sie sind ein eingefrorenes Stück Französisch.

WortSieht aus wieKlingt wieStummer Buchstabe
balletBAL-letbal-LEIT
buffetBUF-fetbe-FEIT
depotDI-potDI-pouT
debutDI-butdei-BJUT
rapportRAP-portre-PORT (doppelt)
chaletCHAL-letscha-LEIT

Übe die häufigsten Wörter

Die Gruppe mit stummem T

Die meisten französischen Lehnwörter enden auf stummes T. Sie scheinen sich auf „let" oder „pet" zu reimen, enden aber auf /eɪ/ „ei":

  • ballet, buffet, chalet, valet, cabaret, beret, croquet, parquet, sachet - alle auf „ei"
  • gourmet /ɡʊrˈmeɪ/, filet/fillet /fɪˈleɪ/, crochet /kroʊˈʃeɪ/, ricochet /ˈrɪkəʃeɪ/
  • bouquet, croquet, tourniquet - enden auf „-quet" → /keɪ/
  • depot, debut, rapport - stummes End-T nach anderen Vokalen

Die Gruppe mit stummem S

Auch das französische End-S ist im Englischen häufig stumm:

  • rendezvous /ˈrɑndeɪvu/ - Z und S stumm
  • corps /kɔr/ - „core" (P und S stumm - der berühmte „Marine Corps"-Trick)
  • chassis /ˈʃæsi/ - „schässi"
  • debris /dəˈbri/ - „de-BRI"
  • chamois /ˈʃæmi/ - „schami"
  • fracas /ˈfreɪkəs/ - hier überlebt das S (anglisiert)

Die Gruppe mit stummem X

Das stumme französische X liefert eine kleine, aber heikle Gruppe:

  • faux pas /foʊ ˈpɑ/ - „fou PA" (X und S stumm)
  • roux /ru/ - „ru" (X stumm)
  • Das -eaux in Namen wie „Bordeaux" /bɔrˈdoʊ/ - „bor-DOU"

Die Gruppe mit stummem G

  • champagne /ʃæmˈpeɪn/ - „scham-PEIN" (G stumm vor N)
  • cologne /kəˈloʊn/ - „ke-LON" (G stumm vor N)
  • foie gras /fwɑ ˈɡrɑ/ - „fwa GRAH" (S stumm)

Die wichtige Ausnahme: anglisierte Wörter

Manche Lehnwörter sind so lange im Englischen, dass sie voll assimiliert wurden und die Endkonsonante wieder gesprochen wird. Die Regel gilt vor allem für Wörter, die noch „französisch" wirken:

  • fillet - /fɪˈleɪ/ (T stumm, US) ODER /ˈfɪlɪt/ (mit T, GB)
  • valet - /vəˈleɪ/ (T stumm, modernes US) ODER /ˈvælɪt/ (mit T, altes GB)
  • forte (Stärke) - US /fɔrt/ (oft), GB /ˈfɔrteɪ/ - beide hörbar
  • fete - /feɪt/ oder /fɛt/ - beide hörbar

Im Zweifel: Im amerikanischen Englisch ist die französischere Aussprache (stummes T, Betonung auf der letzten Silbe) meist sicher.

Der Betonungs-Bonus

Französische Lehnwörter behalten meist die französische Betonung: die LETZTE Silbe. Das ist das Gegenteil zu nativen englischen Wörtern, die meist früher betonen.

  • Französisch: ba-LLET, buf-FET, ren-dez-VOUS, gar-AGE (US)
  • Englisch: HAP-py, WIN-dow, MOR-ning, TA-ble

Eine schnelle Übung

„The chef arranged a buffet of foie gras, filet mignon and a bouquet on each table. The ballet dancer's debut was a memorable rendezvous at the new chalet near the depot. C'est magnifique!"

Lern diese Liste auswendig. Wann immer du ein Wort siehst, das französisch AUSSIEHT, frag: Ist die letzte Konsonante stumm? Falls ja, lass sie weg und betone die letzte Silbe. Du klingst sofort viel eleganter.

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